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My awesome text!
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Muss passen und zu einem passen

Arbeitskleidung

Text: Barbara Höfler, Bilder: Regina Recht

I. Was für ein Theater

Man müsste sich mal was überlegen

Unser Team ist das Jahr über auf vielen Veranstaltungen unterwegs: Bälle und Empfänge, Partys, Bankette, Vorträge, Tagungen, Messen – manchmal sollen wir die Kleidung vom Veranstalter tragen, meistens nicht. Also stellt sich fast immer die Frage: Was anziehen? Alle das Gleiche? Jeder, was er will? Das, was alle anhaben? Was passt? Was passt zu uns? Naheliegende und zwangsläufige Fragen für alle, die in der Gastronomie arbeiten und mit Gästen oder sonst irgendeinem Publikum zu tun haben. Wir haben dann für uns beschlossen, dass wir gerne einheitliche Kochjacken und Schürzen für unser Team hätten. Und dann haben wir aufgeschrieben, was uns dabei wichtig ist.

II. Lastenheft für Arbeitskleidung

§1
Arbeitskleidung muss funktional sein, d. h. ausreichend viele Taschen, Ösen, Reiß- und Klettverschlüsse haben.

§2
Arbeitskleidung muss als Arbeitskleidung identifizierbar sein. Modische Statements dann gerne wieder nach Feierabend.

§3
Arbeitskleidung muss atmungsaktiv, schmutz- und wasserabweisend, spritzsicher und schnell trocknend sein. Wie sich so ein Stoff dann anfühlt, ist zweitrangig (siehe §1, §2).

§4
Schnitt und Passform sind ebenfalls zweitrangig. Die Hauptsache ist eine kostenlose Retoure (siehe AGB des Berufsbekleidungsversandes).

Blödsinn.

Goldene Regel für Arbeitskleidung
Arbeitsbekleidung muss, was alle Kleidung muss – passen und zu einem passen. In dem Fall zu uns.

III. Wir haben jetzt etwas zum anziehen

Eine einfache Jacke …

… und einen Schurz.

IV. Was zuvor geschah

In den Sixties kam André Schreiber in Nürnberg zur Welt. Nach der Schule lernte er Barkeeper und lief unmöglich herum. 40 Jahre zu früh für den Vintage-Trend klaubte er sich seine Garderobe auf Altkleidermärkten zusammen. Einem Bargast gefiel das. Er war Boutiquenbesitzer und stellte Schreiber ein. Ende der 80er-Jahre, als Helmut Lang, Dries van Noten und Jean Paul Gaultier erst einer gesellschaftlichen Speerspitze geläufig waren, verkaufte Schreiber dort mit großem Erfolg Helmut Lang, Dries van Noten und Jean Paul Gaultier. Und er verfolgte deren Kollektionen zehn Jahre lang als Einkäufer. Dann brannte der Boutiquenbesitzer mit einer neuen Flamme ins Ausland durch. Plan- und arbeitslos landete Schreiber in Berlin.

Das ursprüngliche Vorhaben, an der Universität der Künste bei Vivienne Westwood doch noch was zu lernen – Modedesign –, wurde kurz vor der Eignungsprüfung verworfen. Schreiber fand, es gab bereits genügend Vivienne-Westwood-Kopien. Die existenzielle Kluft, die sich vor ihm auftat, füllte er mit dem, was er am besten konnte: Secondhand-Shops abklappern. Als kein zusätzliches Gramm Altkleider mehr in die Berliner Wohnung passte, kehrte Schreiber mit einem zum Lagerbestand angewachsenen Fundus an Uniformen, Jacken, Hosen und Hemden nach Nürnberg zurück, eröffnete dort 2001 sein eigenes Modeatelier unter dem Namen „Andor Író“ und machte uns 2016 als Idealbesetzung die Entwürfe für unsere Arbeitsbekleidung – aus Altkleidung.

V. Meerrettich und Warnwesten

Muss man das Rad immer neu erfinden? Wenn’s besser wird ja. Sonst nicht.

Unser Schneider ist der Meinung, dass die klassische indigofarbene Arbeiterjacke, die schon sein Vater, der Schlosser, und vor ihm seit den 20er-Jahren alle anderen Schlosser, Bauern, Maler, Maurer und sonstigen Arbeiter einschließlich Joseph Beuys getragen haben, alles mitbringt, was man braucht – also fertig ist. Drei Taschen. Vier bis fünf Knöpfe. Robuste Baumwolle. Relativ kurze Ärmel, damit sie nicht ins Handwerk hängen. Wenn die Jacke schmutzig ist, wird sie gewaschen. Wenn sie nass ist, wird sie getrocknet. Wenn sie durchgescheuert ist, wird sie geflickt. Wenn es nicht mehr anders geht, tauscht man sie aus.

André Schreiber hat uns 150 Jacken nach dem Größenschlüssel unserer Mitarbeiter aus Restbeständen, Lagerverkäufen und Secondhand-Shops zusammengesammelt. Keine Jacke wie die andere. Dann hat er sie schwarz überfärbt, neue Knöpfe drangemacht und den Schnitt für die Damen leicht angepasst. Für das Innenfutter verwendete er Stoffe, die in einem früheren Leben in der Gastronomie tätig waren: als Tischdecke, Geschirrhandtuch oder Serviette. Jetzt ist jede Jacke noch anderer.

Wer so eine Jacke in die Hand nimmt, merkt, ob er will oder nicht: Die ist schon wer, bevor sie wer zu seiner Jacke macht. Ein Phänomen, das sich die Japaner seit ein paar Tausend Jahren mit einem Wort erklären, das wie Wasabi klingt. Wabi-Sabi hat aber weniger mit Meerrettich zu tun als mit der Wahrnehmung von Schönheit in Rissen, Bruchstellen und Unregelmäßigkeiten. Mit der Seele der Dinge, die an biografischen Schadstellen sichtbar wird, am Strich durch die Rechnung, den das Leben macht, was das Leben erst zum Leben macht. Spontan sagt man dann häufig: Etwas hat Charakter.

Deshalb passt André Schreiber und deshalb passen diese Jacken so gut zu uns. … und erst die Schürzen!

Als Schurz hat Schreiber sich für uns eine Warnweste ausgedacht: neu, nicht gebraucht, für den schnellen Gebrauch. Wenn kurz mal Sahne geschlagen werden muss und es spritzt, wirft man sie sich einfach über. Bei einer Autopanne will man sich vorher ja auch nicht erst umziehen. Für modische Statements vor Feierabend haben wir dazu noch eine Button-Maschine angeschafft. Wenn wir das nächste Mal als Team irgendwo auftauchen, tragen wir dann also unter Umständen nicht die Kleidung des Veranstalters, aber womöglich sein Logo als Button – oder jeder, was er will. Oder was halt zu ihm passt. Button-Mania.

Schisslaweng

Die Schiffbäuerin von Würzburg